Nav Ansichtssuche

Navigation

So dies und das halt ...

Autofreier Sonntag und niemand geht hin

Hamburg, Umwelthauptstadt Europas 2011?

Sie haben nicht gewußt, dass der letzte Sonntag in Hamburg ein autofreier war? Dann geht es Ihnen vermutlich wie vielen Hamburgern und vielen Umlandbewohnern, die nicht täglich mit Bus und Bahn in der Hansestadt unterwegs sind. Fast alle Werbemaßnahmen für diesen autofreien Tag beschränkten sich nämlich auf U- und S-Bahn Haltestellen in Hamburg und Umgebung. Wie Hamburg damit Autofahrer von der Straße bzw. aus ihren Autos bewegen wollte, bleibt ein Geheimnis.

Darum kam es dann auch, wie es kommen musste: Nach Angaben der Polizei Hamburg war das Verkehrsaufkommen am Sonntag, dem 20. Juni so hoch wie an jedem normalen Sonntag.

Nur gut, dass zeitgleich die Fahrrad-Sternfahrt des Bündnisses "Mobil ohne Auto Nord e.V." stattgefunden hat. Die Demonstration unter dem Motto "Mehr Fahrräder, weniger Autos: Fit fürs Klima!" hat wenigstens zeitweise den motorisierten Verkehr lahmgelegt.

Für das nächste Jahr habe ich eine Idee für den Hamburger Senat: erklären Sie für den autofreien Sonntag alle Hamburger Straßen zu Fahrradstraßen, dann können die Hamburger sich den öffentlichen Raum mit ihren Rädern zurück erobern!

Arne Meier

Fahrgemeinschaften im Pendlerportal

Geld sparen und Verkehr vermeiden

pendlerportalDer Stadtkern Wedels ist ja durchaus gut durch den öffentlichen Nahverkehr an Hamburg angeschlossen. Das aber schon in den Randgebieten Wedels und in unseren Nachbargemeinden die Angebots-Situation des ÖPNV zu wünschen übrig läßt, ist bekannt. In einem 1,5 Tonnen schweren Auto allein zu sitzen, um von A nach B zu gelangen, ist aber auch keine sinnvolle Alternative. Nicht aus ökonomischen Gesichtspunkten und schon gar nicht aus Sicht eines nachhaltigen und zukunftsorientierten Verkehrs!

Allein im Stau ist Mau

Abhilfe schaffen möchte hier das Pendlerportal mit einem Angebot für den Kreis Pinneberg. Sollten Sie hier kein passendes Angebot für Ihre Strecke finden, dann stellen Sie doch einfach Ihr eigenes Angebot ein. Oder kombinieren Sie einfach Auto und S-Bahn/Bus und suchen nach Mitfahrgelegenheiten auf häufig genutzten Strecken wie z.B. Hetlingen - S-Bahn Wedel. Nach und nach wird das Angebot wachsen und immer mehr Menschen eine passende Alternative zum "allein im Stau stehen" bieten.

Und wer es nicht so weit zur S-Bahn hat, der nimmt doch ohnehin das Fahrrad, oder?

Webseite des Pendlerportals Pinneberg

Einblicke ins IBA Radlabor 2010, Wilhelmsburg

Packende Vorträge, interessante Zahlen und ein Stadtteil in Depression

iba_radlabor_1_copy

Am 27. und 28. Mai fand in Wilhelmsburg eine vielversprechende Tagung zu urbanem Radverkehr im Rahmen der IBA Hamburg 2010 statt (Programmheft). Etwas skuril, das ausgerechnet eine Internationale Bauausstellung in Wilhelmsburg eine der interessantesten Radverkehrsveranstaltungen der letzten Jahre nach Hamburg brachte.

iba_radlabor_2Eine Radtour durch das "Wilhelmsburg von Morgen" brachte mir zum Anfang der Veranstaltung ganz neue Eindrücke vom Hamburger Stadtteil mitten in der Elbe. Deprimierend und durch seinen morbiden Charme doch faszinierend zugleich präsentiert sich mir der lange vernachlässigte Stadtteil. Die infrastrukturellen Vorraussetzungen für das Radfahren sind hier denkbar ungünstig und eine Bevölkerungsstruktur mit vielen Zuwanderern, die das Radfahren aus ihrem Kulturkreis nicht kennen, erschwert die Erschliessung Wilhelmsburgs für das Rad zusätzlich.

Zurück im IBA-Dock auf der Veddel hätte der Kontrast nicht  größer ausfallen können: modernes Design, kostenlose Getränke, freundliche studentische Bedienung, professionelle Moderation. Soviel Gelder wurden in Wilhelmsburg vermutlich nicht häufig für Veranstaltungen aufgebracht, IBA macht es möglich! Auch die Liste der Vortragenden konnte sich sehen lassen. Hier einige Auszüge:

Niels Tørsløv, Director Traffic Department Copenhagen, stellte die Kopenhagener Radfahrer-Wirklichkeit vor. Von geradezu paradiesischen Zuständen konnte er berichten:

  • 37% Radverkehrsanteil
  • mehr als € 20 pro Einwohner und Jahr für Fahrrad-Infrastruktur
  • grüne Welle für Radfahrer auf den Hauptrouten
  • neue Brücken über den Hafen nur für Rad- und Fussverkehr
  • Schneeräumen beginnt in Kopenhagen mit den Radwegen!

Dr. Ing. Axel Friedrich, Leiter a.D. der Abteilung Verkehr und Lärm im Umweltbundesamt, hatte beeindruckende Zahlen zum Thema Radverkehr versus Autoverkehr zusammen getragen, hier einige Beispiele:

  • Finanzierung von Verkehr am Beispiel Freiburg: bei einem Radverkehrsanteil von 19% wird nur 1% der Verkehrsausgaben der Kommune für Radverkehrsinfrastruktur ausgegeben
  • dagegen "rechfertigen" 42% PKW-Verkehrsanteil Ausgaben von 87% der Gesamtausgaben für Verkehrsinfrastruktur
  • im fließenden Verkehr beansprucht das Auto 10 mal soviel Platz wie das Fahrrad
  • im ruhenden Verkehr benötigt das Auto ca. 5 mal soviel Platz wie das Fahrrad
Weitere Informationen können dem Vortrag von Dr. Ing. Axel Friedrich entnommen werden.

Politik glänzte weitgehend durch Abwesenheit

Ob von dieser Veranstaltung Impulse für ganz Hamburg ausgehen, wird die Zukunft zeigen. Gelesen habe ich in der Presse jedenfalls nichts über das IBA Radlabor! Da hochrangige Politiker auch nicht anwesend waren, darf eine Breitenwirkung in Politik und Verwaltung bezweifelt werden. Es wurden leider wieder nur die Menschen vom Nutzen des Radfahrens "überzeugt", die sich schon jetzt für das Thema engagieren.

Arne Meier

Gedanken zum Apfel

Kein WC Schild

Nun ist er wieder sehr verbreitet. Nein, gemeint ist nicht der süsse Golden Delicious und die herzhaften Holsteiner Cox oder Granny Smith, sondern die einzige Sorte die offenbar auch ganz hervorragend auf Fuss- und Radwegen wächst: Der sogenannte Pferdeapfel !

Haufen_nahErstaunlich ist, dass sich diese verharmlosende Bezeichnung für Pferdekot über Jahrzehnte gehalten hat, obwohl diese Sorte nicht nur wegen der braunen Farbe wohl  niemand jemals probiert hat. ;-)  Reintreten oder durchfahren möchten wohl auch die wenigsten, doch das geht denen, die u. a. den Weg zwischen Wedel und Pinneberg entlang der L105 als Pferdeklo missbrauchen mehrheitlich und im wahrsten Sinne des Wortes ganz offenbar "am ........ vorbei".


Sicher, die umstrittenen und teilweise weitläufig verstreuten "Delikatessen", stellen im Normalfall kein Sicherheitsrisiko für Verkehrsteilnehmer dar. Als Rücksichtslosigkeit empfinde ich sie schon, vor allem wenn man bedenkt, welches Geschrei teilweise um Hundehaufen gemacht wird. Haufen_vertreut


Fazit: Hätte ich Lust zum Slalom fahren, würde ich skilaufen. Als Radfahrer fänd ich es angebracht, nicht hauptsächlich diversen Hindernissen und Unrat ausweichen zu müssen, sondern einen freien Verkehrsweg zu haben.  


Radexperte Stefan Warda im taz-Interview

"Die nerven"

Ein Interview über Radfahren in Hamburg, die Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern und den Stillstand bei der Rad-Infrastruktur.

Auf der Seite der taz zu lesen.

adfc Mitglied werden

Facebook Link