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Für Besucher oder für Pendler stellt ein attraktives Fahrrad-Verleihsystem an exponierten Standorten in Wedel einen echten Mehrwert dar. Ein solches System leistet auch einen Beitrag zur Verringerung des motorisierten Individualverkehrs und wird daher vom ADFC Wedel gefordert.

Wedelecs enden im Desaster!

Ein Kommentar von Arne Meier, Sprecher des ADFC Wedel

Die Stadtwerke blamieren sich bis auf's Hemd

Wie das Wedel-Schulauer-Tageblatt heute berichtet, können die Wedelecs der Stadtwerke Wedel nie wieder an den niegel-nagel-neuen Ausleihstationen am Bahnhof und am Hasenkamp von Kunden ausgeliehen werden:

http://www.wedel-schulauer-tageblatt.de/nachrichten/lokales/wedel/wedel/artikeldetails/article/1692/wedelecs-ausleihe-ausgebremst.html

Hatte der Stadtwerke-Chef Adam Krüppel etwa das blaue vom Himmel herunter gelogen, als er die erste Viertel-Saison der Wedelecs mit blumigen Worten im Planungsausschuss bewarb? Offenbar war die Hochglanzpräsentation von Herrn Krüppel mit den sagenhaften Statistiken für die Wedelecs ein wenig geschönt!

Im WST heisst es: "Bis zum letzten Test vor wenigen Tagen, der sich auf Grund der Witterung verschoben hatte, habe man noch Hoffnung gehabt, bei den Problemen an den Automatik-Station handele es sich um Kinderkrankheiten. Jetzt stehe fest: Die Probleme sind so schwerwiegend, dass den Kunden der Verleih an diesen Stationen nicht mehr zugemutet werden könne."

Bleibt frei nach einer bekannten Werbung festzuhalten: "Man hätte wohl jemanden fragen sollen, der sich mit sowas auskennt!"

Die Stadtwerke jedenfalls können nicht Mietrad, so wenig wie sie Badebucht können oder Stromproduktion! Da bleibt der Stadt Wedel eigentlich nur eine Wahl: Kündigung des Vertrages mit den Stadtwerken und der Eintritt in Verhandlungen mit dem damals unterlegenen Mitbewerber DB-Rent.

Mehr Infos zur Vorgeschichte gibt es hier: http://www.adfc-wedel.de/index.php/projekte-link-verkehrspolitik/mietrad-wedel-link-verkehrspolitik

Fragen und Antworten zum Mietrad der Stadtwerke

Am 05. Februar hat der ADFC Wedel im Rahmen der Einwohnerfragestunde im Palnungsausschuss einige Fragen zum Mietrad der Stadtwerke gestellt. Hier nun die Fragen und die Antworten der Verwaltung (Mitteilungsvorlage MV/2013/023). Die Parteien werden sich hoffentlich in der Sitzung am 16. April (18:00 Uhr im Ratssaal) äussern.

Elektrofahrräder;
Beantwortung der Fragen des ADFC Wedel vom 05.02.2013

Inhalt der Mitteilung:
In der 59. Sitzung des Planungsausschusses am 05.02.2013 legte der ADFC nachstehende Fragen vor:
An die Verwaltung:
1. Gibt es einen Vertrag zwischen der Stadt Wedel und den Stadtwerken über die zu erbringenden Leistungen für das Mietradsystem?

Stellungnahme der Verwaltung:
Ja, es gibt einen Vertrag zwischen Stadt Wedel und den Stadtwerken.
2. Wenn ja: steht in dem Vertrag, dass die Leistungen lediglich für 6 Monate im Jahr erbracht werden?

Stellungnahme der Verwaltung:
Nein, das steht nicht im Vertrag.

3. Wenn nein: ist es üblich, solche Dienstleistungen ohne Leistungsvereinbarung zu beauftragen?

Stellungnahme der Verwaltung:
Es gibt eine Leistungsvereinbarung.


An die Fraktionen:
4. Die Mitbewerber um das Mietradsystem für Wedel (DB-Rent GmbH), mit langjähriger Erfahrung imerfolgreichen Betreiben solcher Systeme, hat für den ganzjährigen Betrieb ca. € 56.000 aufgerufen.
Die Stadtwerke Wedel hielten seinerzeit mit Kosten von ca. € 24.000 dagegen. Im Budget der Stadt Wedel (Angaben von Herrn Kern und Frau Woywod von der Verwaltung) stehen die Kosten für das Mietradsystem aber mit € 63.000 für 6 Monate Leistung zu Buche. Sind Ihnen die tatsächlichen Kosten der Wedelecs bekannt und haben Sie diesen mit Ihrem Beschluss vom 08. März 2011 oder zu einem anderen Zeitpunkt zugestimmt?

Hinweis der Verwaltung:
Das DB-Rent-System verursacht Kosten nicht in Höhe von jährlich € 56.000, sondern in Höhe von jährlich 50.337 € bei einer Laufzeit von 5 Jahren.
Das Stadtwerke-System verursacht Kosten nicht in Höhe von jährlich € 63.000, sondern in Höhe von jährlich € 29.850 (ohne Laufzeitangaben). Der Vertrag sieht eine Laufzeit bis zum 30.06.2017 vor.
Das Fahrradverleihsystem ist dem ÖPNV bei der Haushaltsstelle 5410-01000 (auf S. 403 des
Haushaltsplans) zugeordnet. Für 2012 und 2013 sind insgesamt jeweils € 93.000 veranschlagt. Davon sind jährlich € 63.000 als Zuschuss an den HVV für die von der Stadt bestellten Sonderfahrten der Buslinien vorgesehen und jährlich € 30.000 für das Fahrradverleihsystem.
5. Wussten Sie zum Zeitpunkt der Entscheidung, dass die Stadtwerke die Leistungen für das
Mietradsystem nur 6 Monate im Jahr erbringen werden?

Hinweis der Verwaltung:
Zum Zeitpunkt der Entscheidung wurde eine Beschränkung nur auf das Sommerhalbjahr nicht
thematisiert.

6. Würden Sie die Entscheidung zugunsten der Stadtwerke nach heutigem Erkenntnisstand wieder so treffen?

Hinweis der Verwaltung:
Für die Entscheidung zugunsten der Stadtwerke sprachen die geringeren Kosten, in der
Zugriffsmöglichkeit der Stadt als Eigentümerin (auch aufgrund der räumlichen Nähe), der Verbleib der Gewerbesteuer in Wedel und die Tatsache, dass es sich hierbei um ein Pilotprojekt zur E-Mobilität handelt.

7. Halten Sie es für angebracht, das Kosten für das rein touristisch ausgelegte Verleihsystem der Stadtwerke im Bereich ÖPNV ausgewiesen werden?

Hinweis der Verwaltung:
Für die Zuordnung zum Bereich ÖPNV spricht, dass hier ein zusätzliches öffentliches
Beförderungsmittel angeboten wird.

8. Wäre es nicht sinnvoller die Kosten in einem Marketing-Haushalt der Stadt Wedel unterzubringen?

Hinweis der Verwaltung:
Siehe Hinweis zu 7

Schulterschluss von Stadtwerken, Stadtverwaltung und Rat

Ein Mietrad zum Wohle der Stadt Wedel?

Ein Kommentar von Arne Meier, Sprecher des ADFC Wedel

wedelecs_winterpauseAls aufmerksamer Beobachter Wedeler Kommunalpolitik beschleicht mich so manches Mal das Gefühl, dass Entscheidungen zu Infrastruktur und Investitionen in die Zukunft, geprägt sind von stadtinternen Klüngelrunden.

Als Beispiel mag hier einmal die Entscheidung für das Mietrad der Stadtwerke (Wedelecs) im Jahr 2011 herhalten. Im Laufe des "Auswahlverfahrens" sickern interne, nicht bestätigte, Zahlen des Mitbewerbers aus der Stadtverwaltung an die Presse. Diese Zahlen sollen offensichtlich Argumente gegen das Mietrad der DB-Rent liefern und finden auch entsprechenden Widerhall in den Zeitungen. Die Stadtwerke ihrerseits, bestens informiert aus erster Hand, geben ein derart niedriges Angebot ab, dass die Mitglieder im Planungsausschuss nicht Nein sagen wollten.

Übrigens ein ausserordentlich unglaubwürdiges Angebot, das nur durch Quersubventionen des stadteigenen Unternehmens zu Finanzieren ist. Allein die Installationen der Stadwerke für die Ladesstationen und aufwendigen Abstellboxen übersteigen die Kosten der DB-Rent-Stationen um ein Vielfaches! Vergleiche mit Hamburgs Stadtrad (ebenfalls von DB-Rent betrieben) drängen sich dem Betrachter geradezu auf.

Am Ende war das Angebot der DB-Rent gut 40% höher, als das der Stadtwerke. Zwei Jahre später stellt sich heraus, dass die Stadtwerke nur die Hälfte der Leistung erbringen, von der immer die Rede war: vom Ganzjahresbetrieb! Die Kosten der Mieträder der Stadtwerke haben sich mal eben stillschweigend verdoppelt!

Welches Vertrauen kann ich als Bürger in eine Stadtverwaltung haben, die eine Leistungsvereinbarung mit einem Vertragspartner abschliesst, in der der wichtigste Parameter nicht festgeschrieben ist: die Verfügbarkeit der erbrachten Leistung! Muss ich dann nicht auch davon ausgehen, dass andere Vertragswerke der Stadt mit Leistungserbringern ähnlich "ungeschickt" fomuliert sind? Kaum erklärbare Kostensteigerungen bei Projekten der jüngsten Vergangenheit sprechen für mich eine klare Sprache. Auf Nachfrage heisst es aus der Verwaltung dann gern sinngemäß: "der Vertragspartner hat die Planung dieser und jener Leistung vergessen!" Vielleicht hat aber auch die Stadt als Auftraggeber vergessen, die Leistung zu ordern?

In dem Sinne weiter so "zum Wohle der Stadt Wedel!"

 

Die ungleichen Mietrad-Systeme

Auf der Sitzung vom Planungsausschuss Wedel am 8. Februar wurde erneut über das Thema Mietrad debattiert. Zwei Systeme konkurieren z.Z um die Gunst der Ratsmitglieder, die DB Rent GmbH und die Stadtwerke Wedel (wir berichteten). Hier nochmal kurz eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der Systeme:

System der Stadtwerke:

+     Geringere Kosten für die Stadt Wedel

o     Die Räder können für ältere Bürger Vorteile bringen
o     Die Umweltfreundlichkeit von Rädern mit Akku ist fraglich.
o     Die Räder lassen sich auch ohne Elektrounterstützung fahren, sind aber
wesentlich schwerer als normale Fahrräder.

-      Die Standorte der Stationen sind rein auf Tourismus ausgelegt.
-      Es besteht keine Kompatibilität mit bereits bewährten Systemen, (z. B. in Hamburg).
-      Die Räder müssen an die Ausleih-Station zurückgebracht werden
-      Stadtwerke haben keine Expertise bei dem Thema Mietrad
-      Für junge Menschen unattraktiv

Call a bike System:

+      Bewährtes weit verbreitetes System mit hoher Kompatibilität.
+      Für Alltagsradfahrer und Touristen gleichermaßen attraktiv.
+      Räder können an beliebigen DB Rent Stationen abgegeben werden.
+      Deutlich größere Umweltfreundlichkeit als strombetriebene Räder
+      Die Räder dürften eine größere Zielgruppe ansprechen.

-      Höhere Kosten für die Stadt Wedel

Die Kosten der beiden Systeme für die Stadt Wedel unterscheiden sich auf den ersten Blick erheblich. Die DB Rent GmbH bietet ihr System für ca. € 4000 im Monat an, während die Stadtwerke mit € 2000 deutlich darunter liegen. Es muss realistischerweise davon ausgegeangen werden, dass die Kosten für die Stadtwerke deutlich höher liegen und intern quersubventioniert werden (also auch über Umwege zu Lasten der Satdt Wedel).

Der ADFC Wedel spricht sich eindeutig für das System Call-a-Bike der DB Rent GmbH aus.

Mieträder mit Elektromotor?


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Etwas überaschend haben sich die Stadtwerke Wedel auf dem Planungsausschuss am 30.11.2010 als Betreiber eines eigenen Mietradsystems beworben. Bereits im September hatte ein Vertreter von DB Rent das System der Deutschen Bahn vorgestellt und war damit im Planungsausschuss auf Zustimmung gestoßen. Die Stadtwerke treten nun als Konkurrent um die Vergabe auf, und beabsichtigen für ihr System sog. Pedelecs einzusetzen. Das sind Räder, die die Tretbewegung mit Hilfe eine Elektromotors unterstützen.

Insgesamt ca. 30 Räder sollen auf Stationen am Bahnhof, am Willkommhöft, am Jachthafen und an der Badebucht verteilt zur Verfügung gestellt werden. Die Akkus der Pedelecs sollen an den Stationen mit "CO2 freiem Strom" geladen werden. Die Stadt Wedel hätte keine Kosten durch dieses System, denn die Stadtwerke würden die Betriebs - und  Unterhaltskosten allen tragen. Die Leihgebühr wurde mit 2,50 € pro Stunde (max. 15,- €/ Tag) und 25,- €/Woche veranschlagt. Was zunächst positiv klingt, ist bei näherer Betrachtung keineswegs vorbehaltlos zu begrüßen. Hier eine Gegenüberstellung der Vor -und Nachteile im Vergleich zum  "Call a bike" System.

System der Stadtwerke:

+     Geringere Kosten für die Stadt Wedel

o     Die Räder wären auch für ältere Bürger nutzbar, werden aber möglicherweise
       von Jüngeren nicht angenommen.
o     Die Umweltfreundlichkeit von Rädern mit Akku ist fraglich.
o     Die Räder lassen sich auch ohne Elektrounterstützung fahren, sind aber
       wesentlich schwerer als normale Fahrräder.

-      Die Standorte der Stationen sind rein auf Tourismus ausgelegt.
-      Es besteht keine Kompatibilität mit bereits bewährten Systemen, (z. B. in Hamburg).
-      Die Räder müssen an die Ausleih-Station zurückgebracht werden
-      Stadtwerke haben keine Expertise bei dem Thema Mietrad

Call a bike System:

+      Bewährtes weit verbreitetes System mit hoher Kompatibilität.
+      Für Alltagsradfahrer und Touristen gleichermaßen attraktiv.
+      Räder können an beliebigen DB Rent Stationen abgegeben werden.
+      Deutlich größere Umweltfreundlichkeit als strombetriebene Räder
+      Die Räder dürften eine größere Zielgruppe ansprechen.

-      Höhere Kosten für die Stadt Wedel

Bedienungsfreundlichkeit und Leihgebühren sind noch nicht abschließend zu beurteilen, dürften bei beiden Systemen aber ähnlich sein. (Abruf mit Handy und EC Karte.)

Fazit: Der ADFC Wedel setzt sich eindeutig für das System ein, mit dem eine bessere Mobilität in der Stadt möglich ist und das wäre beim derzeitigen Stand der Überlegungen eindeutig das "Call a bike" System.

Quelle Foto: Wikipedia Pedelec (GERFRIEDC)

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